WGKK reduziert ab 1. April Ausgabestellen für Pens und Pennadeln

Zwischen 100.000 und 150.000 Patienten betroffen - Diabetes Austria: Unverständliche Sparmaßnahme zu Lasten von  älteren und gehbehinderten Patienten

Der Brief der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), der Mitte des Monats an Diabetologen, Internisten, Ambulanzen, Selbsthilfeorganisationen und Patienten in Wien erreichte, war knapp gehalten:


Diabetes-Bedarf – ausschließliche Abgabe von Pengeräten und Pennadeln über Heilmittelausgabestellen der WGKK

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir möchten Sie darüber informieren, dass ab 1. April 2013 der gesamte für die Blutzuckermessung benötigte Folgebedarf nur mehr in den eigenen Einrichtungen der WGKK und im Hanuschkrankenhaus gegen Vorlage der Verordnung kostenfrei abgegeben werden kann.

Eine direkte Abgabe von Pengeräten und Pennadeln in Diabetesambulanzen oder bei Diabetes-Ärzten und -Ärztinnen mittels Übernahmescheinen ist somit nicht mehr möglich.Wir bitten um Verständnis.

Der erste Protest kam aus dem Krankenhaus Hietzing. „Völliger Unsinn“, heisst es aus dem Team von Diabetes-Spezialist Prof. Dr. Rudolf Prager, „Wenn wir Pens an Patienten ausgeben, schulen wir sie gleichzeitig im Gebrauch. Das wird bei den Ausgabestellen niemand machen. Vor allem ältere  und oft auch gehbehinderte Menschen müssen hier zusätzliche Wege und unnötigen Zeitaufwand  in Kauf nehmen.“

Das faule Osterei stösst mehr als 100.000 Diabetikern, die bei der WGKK versichert sind, sauer auf. Erst vor Kurzem gab BM Alois Stöger in einer Fragestunde im Parlament bekannt, dass insgesamt 117 Dienstautos darunter auch Audi A6 um 52.000 Euro) im Jahr 2012 im Eigentum der Sozialversicherungen standen.

Postings im Facebook bestätigen das Unbehagen:

Maximilian Hübl Das kommt davon, weil bei den GKK Leute sitzen, die keinerlei Ahnung davon haben, was es heisst mit DM zu leben. Auf dem Papier scheint es ev. eine Einsparung zu sein. Welchen Rattenschwanz diese nach sich zieht, ist da nicht relevant, weils in dieser Kalkulation nicht aufscheint! Danke!

Silvia Dridi gefällt mir gar nicht!!! ein weiterer schritt zu lasten der patienten einsparungen zu lukrieren. sparen generell ist was positives, aber bitte nicht so!!!

Katharina Schmidradner Das ist wieder nur ein Schikane! Bis jetzt war ich bei der NÖGKK, dort muss man nur den Verordnungsschein für Nadeln & Co. hin senden und bekommt alles per Post nach Hause! (Bgld. GKK auch) Bei der WGKK muss ich mir alles selbst abholen!!! :-( Es wäre mal Zeit uns etwas leichter zu machen und nicht ständig Steine in den Weg zu legen!

Generell kostet die Verwaltung der Krankenversicherungen satte 700 Millionen Euro. Der Großteil davon (528 Millionen) geht für die 7.719 Mitarbeiter drauf. „Alleine der Hauptverband, der selbst gar keine Versicherten betreut, braucht 305 Personen, die den Wildwuchs an Versicherungsträgern koordinieren“ so BZÖ-Chef Bucher.