Ärzteportraits

Internistin und Wundspezialistin Dr. Elisabeth Krippl

Der rettende Engel kaputter Füße

Von Peter P. Hopfinger

In Österreich werden an jedem einzelnen Tag mindestens elf Füße oder Teile davon abgeschnitten. Der Großteil der Amputierten sind Menschen mit Diabetes. Die Wiener Internistin und Wundspezialistin Dr. Elisabeth Krippl will sich damit nicht abfinden. Sie setzt in ihrer Praxis auf sensible Behandlung und wird Leiterin einer neuen Diabetesambulanz im Sanatorium Hera, die Anfang November eröffnet wird.

Patient Maier* sitzt völlig entspannt mit hoch gelagertem Fuß in der mit hellen Farben eingerichteten Praxis von Dr. Elisabeth Krippl. Seine langjährige Erkrankung an Diabetes hat nicht nur die Nerven in seinen Gehwerkzeugen kaputt gemacht. Als Folge dieser Neuropathie kam es auch zu den klassischen Problemen an den Füßen:

Kleine Verletzungen wurden von ihm nicht mehr gespürt und daher nicht behandelt. Selbständige Fußkontrolle war ein Fremdwort, daher entzündeten sie sich, das Gewebe starb ab. In der Krankenhausambulanz verschrieb man zwar Antibiotika, doch Personal, das eine qualifizierte Ausbildung in Wundbehandlung hat, gibt es viel zu wenig. Zuerst war es nur eine Zehe, die entfernt werden musste, dann eine zweite, heute fehlt ihm der halbe Fuß.

„Als man mir dann gesagt hat, dass der ganze Fuß amputiert werden muss, hat´s mir gereicht“, erinnert sich der rüstige Pensionist. Er kam bei Dr. Krippl in ausgezeichnete Hände. Die an Universitäten in Wien, Hamburg und Texas ausgebildete Spezialistin, die mit ihrer blonden Löwenmähne aussieht wie einer von Charlies Engeln, wusste, wie eine offene entzündete Wunde zu reinigen und zu behandeln ist, auch wenn die sich unter einer Hornhautschicht verbirgt. Fazit: Patient Maier* hat seinen Fuß behalten.

 Auch andere Patienten singen Dr. Krippls Loblied auf ihre behaltenen Gliedmaßen, als wäre sie vom Himmel geschickt. Dabei geht´s der Medizinerin vor allem um zwei Dinge, die durchaus irdisch sind:

„Menschen und ihre Schicksale. Deshalb lege ich großen Wert auf individuelle Therapiegestaltung, die beispielsweise auch Laser oder Ozontherapien beinhalten kann“, postuliert Elisabeth Krippl einerseits ihr ärztliches Credo, andererseits auch Eigensinn, „Standardlösungen lehne ich prinzipiell ab. Ich berücksichtige die persönlichen Umstände der Patienten ebenso wie die Krankheitsbilder, die zu den medizinischen Problemen geführt haben. Welche Therapieform eingesetzt wird, hängt von den jeweiligen Umständen und Ursachen ab.“

Ganz klar, dass sich die engagierte Medizinerin mit dieser Einstellung in Ambulanzen, wo wenig Zeit für individuelle Behandlungen bleibt und eine große Anzahl von Patienten versorgt werden muss, nicht immer nur Freunde gemacht hat.

Andernorts wird ihr Engagement freilich geschätzt. So hat sie vor kurzem einen Vertrag mit dem renommierten Privat-Sanatorium Hera unterschrieben, wo sie ab Anfang November eine Diabetes-Ambulanz aufbauen soll. Dr. Elisabeth Krippl: „Es handelt sich natürlich um eine Privatklinik, in der nicht alle Patienten stationär aufgenommen werden können. Aber in die Ambulanz kann jeder kommen.“

Für´s Privatleben und Hobbies bleibt bei diesem Arbeitseinsatz, der mitunter nicht vor Mitternacht endet und auch Wochenenden einschließt, wenig Zeit. Denn sogar, wenn Elisabeth Krippl mit ihren vier Hunden unterwegs ist, kann das Telefon läuten.

Und wenn dann ein Patient dran ist, der akute Hilfe braucht, dann muss ihre Mama als Hunde-Sitterin herhalten.

*Name von der Redaktion geändert

Ordination
1130 Wien, Speisingerstraße 57 – 61/6
Telefon: 0664-1464-082 Ordination nur nach Voranmeldung, keine Kassen

Privatsanatorium Hera
1090 Wien, Löblichgasse 14 Terminambulanz nur gegen Voranmeldung
Telefon: 01-313 50/45268

Persönliche Daten:
Name: Elisabeth Krippl
Geboren: am 27.04.1964 in Waidhofen an der Thaya
Eltern: Vater: Prim. Dr. Josef Krippl, Internist
Mutter: Helga Krippl, geb. Neunteufel, Ordinationshilfe
Familienstand: ledig

Schulische Laufbahn:
Volksschule und Gymnasium in Waidhofen an der Thaya

Studium:
Medizinstudium an der Universität Wien

Promotion am 19.04.1996

Fremdsprachen: 1985 bis 1987 an der Universität Wien (Französisch u. Italienisch)
Auslandsaufenthalt in Frankreich von September 1984 bis März 1985

Ärztliche Tätigkeit:

Interne Medizin im KH Göttlicher Heiland und im KH Lainz
Gynäkologie und Geburtshilfe im KH Göttlicher Heiland und im KH Lainz
Chirurgie im KH Göttlicher Heiland und im KH Lainz
Kinder & Jugendheilkunde im St. Anna Kinderspital
Dermatologie in der Lehrpraxis Dr. Hajnal Kiprov
HNO im KH Barmherzige Brüder
Neurologie im KH Lainz

Erlangung des Jus Practicandi am 31.12.2000

Facharztausbildung :
Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin an der 3. medizinischen Abteilung für Stoffwechselerkrankungen und Nephrologie des Krankenhauses Hietzing

Während der Ausbildung intensive Befassung mit Stoffwechseleinstellung (Zwei Jahre Tätigkeit in der Diabetesambulanz), Betreuung von schwangeren Diabetikerinnen, Führen von Stationen, Mitarbeit an der Dialyse-Station, Nachtdiensttätigkeit an der Intensivstation

Mehr als zwei Jahre Betreuung der diabetischen Fußambulanz, davor Ausbildung an der Universität Texas und in Hamburg im Bereich des diabetischen Fußsyndroms

Hausinterne Rotation an die Kardiologie, Gastroenterologie, Onkologie und Rheumatologie während der Ausbildungszeit

Abschluß der Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin.

Wundmanagement:
Ausbildung zum zertifizierten Wundmanager (Kammerlander)
Diverse Fortbildungen und Seminare zum Thema Wundmanagement
Mitglied bei der AWA (Austrian Wound Association)
Mitglied bei der deutschen Wundgesellschaft