Prominente International

Sonia Sotomayor ist eine der höchsten Richterinnen der USA 

Obamas Latina spritzt öffentlich Insulin 

Von Mia Bruckner
 
Sonia Sotomayor lebt den „Amerikanischen Traum“. Sie kam als Latina im Armenviertel Bronx auf die Welt, wurde im Alter von acht Jahren zur Diabetikerin und ist heute als Richterin des Obersten US-Gerichtshofes eine der mächtigsten Frauen Amerikas. Mit ihrem Diabetes geht sie ganz locker um und spritzt sogar öffentlich Insulin.
 
Die Latina, deren Eltern aus Puerto Rico stammen, wurde 1954 in der Bronx in New York City geboren. Dort wuchs sie auf, und mit acht Jahren wurde bei ihr schließlich Typ-I-Diabetes diagnostiziert. Ein Jahr später starb ihr Vater, ein Fabrikarbeiter, und so lag es an der Mutter Sonia und ihren Bruder mit Hilfe eines Jobs in einer Methadonklinik durchzubringen. Schließlich sollte sich das Blatt aber wenden und Dank „Affirmative Action“, einer institutionalisierten Maßnahme, die soziale Diskriminierung verhindern soll, konnte Sonia Sotomayor an den Eliteuniversitäten von Princeton und Yale studieren.
 
Schlussendlich entschied sie sich dort für das Jura Studium und wurde Richterin, weil ihr die Diagnose Diabetes ihren Kindheitstraum, eine Polizistin zu werden, zerstörte.
Aus heutiger Sicht eine durchaus weise Entscheidung, denn seit 2009 ist die Juristin Richterin am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Vorgeschlagen und nominiert für dieses Amt wurde sie von US-Präsident Barack Obama.
Damit ist sie die erste Vertreterin der größten und am raschesten wachsenden Minderheit, der Latinos oder Hispanics, die derzeit knapp 15 Prozent der 306 Millionen Einwohner des Landes stellen.
 
Sie steht auch klar zu ihren Wurzeln, selbst wenn ihr dafür sogar von manchen Medien und anders denkenden Politikern „umgekehrter Rassismus“ vorgeworfen wird. Ausgelöst werden solche Anschuldigungen oft durch das Zitat „"Ich hoffe, dass eine kluge Latina mit ihren reichen Erfahrungen häufiger zu besseren Urteilen gelangt als ein weißer Mann, der nicht ein solches Leben geführt hat", das immer wieder als Beweis für ihre Voreingenommenheit verwendet wird.
 
Tatsächlich ist Sonia Sotomayor selbst eine geschiedene Latina mit reichlich Erfahrung. Seit kurzem hat Obamas Latina, wie sie auch gern genannt wird, aber auch Einfluss. Das wird vor allem durch ihren Neueinstieg auf dem 54. Platz der heurigen Forbes-Liste der mächtigsten Frauen, bestätigt. Zudem gehört sie auch noch einem weitaus weniger elitären Kreis der 24 Millionen Diabetiker in den USA an. Und wie unsere Justizministerin Claudia Bandion-Ortner lässt sich auch sie von der Krankheit keineswegs behindern. Im Gegenteil: Sie geht ganz offen damit um und hat auch keinerlei Hemmungen, sich „vor Publikum“ Insulin zu spritzen.
 
Auch die American Diabetes Association (ADA) freute sich über Sonia Sotomayors Nominierung. In einer Erklärung der ADA, hieß es, dass "jede Person mit Diabetes auf der Grundlage ihrer Verdienste und nicht aufgrund von Klischees oder Fehlinformationen über Diabetes beurteilt werden sollte".
 
Der amerikanische Traum: Dank der klugen Latina mit reichlich Lebenserfahrung ist er um ein intelligentes Kapitel reicher geworden.