Diabetes Austria
Typ 1
Informationen zum Schulbeginn

Was Lehrer über Kinder mit Diabetes wissen müssen

Wenn Kinder mit Diabetes in die Schule kommen, sind Lehrer und Betreuer oft überfordert. Jeden dritten Tag erkrankt in Österreich ein Kind bis 14 Jahre an Diabetes mellitus Typ 1, muss ab dieser Diagnose Insulin spritzen. Aber auch der früher "Alterszucker" genannte Diabetes Typ 2 ist bei Kindern und Jugendlichen im Vormarsch. Bei Bekanntwerden der Tatsache „Kind mit Diabetes“ bricht oft genug Panik bei den Pädagogen aus: Das Kind misst sich seinen Blutzucker? Injiziert sich Insulin? Was mach ich, wenn es am Wandertag einen „Anfall“ hat, ohnmächtig wird?
 
„Es gibt keinen Grund für Panik-Attacken bei den Lehrern“, beruhigt Peter P. Hopfinger, Journalist und Gründer von Diabetes Austria, der Initiative Soforthilfe für Menschen mit Diabetes. „Kinder lernen heute sehr rasch bei den Schulungen, die sie unmittelbar nach ihrer Diagnose machen müssen, wie sie ihren Diabetes gut managen können. Moderne elektronische Geräte wie Messgeräte oder auch Insulinpumpen ermöglichen heute jedem Diabetiker ein fast normales Leben. Deshalb gibt es auch keinen Grund, diese Kinder oder Jugendlichen aus dem normalen Schulbetrieb auszugrenzen. Ganz im Gegenteil: kluge Pädagogen haben das Thema Diabetes, das durch einen Schüler in die Klasse gebracht wurde, zum Thema für den Bio-Unterricht oder bei Projektarbeiten gemacht.
 
Um Panik-Attacken bei Lehrern zu vermeiden, hat der Spezialist für jugendlichen Diabetes Professor Dr. Martin Borkenstein von der Universitätsklinik in Graz eine Liste mit Tipps für Lehrer und Betreuungspersonal zusammengestellt.
 
1. Diabetes mellitus - Was ist das?
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine sehr häufige Stoffwechselerkrankung, die bereits im Kindesalter auftreten kann; etwa eines von 1.500 (oder anders gerechnet: jeden 3. Tag) erkrankt ein Kind oder Jugendlicher in Österreich vor dem 15. Lebensjahr am sogenannten „juvenilen Diabetes mellitus“. Diese Krankheit ist in keiner Weise ansteckend.
 
2. Tägliche Injektionen
Die Behandlung des Diabetes mellitus erfolgt durch tägliche Injektionen von Insulin, meist früh und abends, bei vielen Kindern (besonders Kindern älter als 13 Jahre) auch durch mehrere Injektionen von Insulin am Tag, sowie durch eine geregelte Diät (6 - 7 Mahlzeiten zu festgelegten Zeiten). Die Injektionen können heute durch sogenannte Pens oder auch durch Insulinpumpen durchgeführt werden.
 
3. Therapierichtlinien
Bei Beachtung der vorgegebenen Therapierichtlinien sind diabetische Kinder den Anforderungen der Schule ebenso gewachsen wie ihre KlassenkameradInnen; sie dürfen und sollen an allen schulischen Aktivitäten teilnehmen.
 
4. Nahrungsaufnahme
Ungenügende oder verspätete Nahrungsaufnahme, sowie erhöhte körperliche Aktivität (Sport, Wanderungen, intensives Spiel = vermehrter Energiebedarf) können zu einem Absinken des Blutzuckerspiegels, einer Unterzuckerung (Hypoglycämie) führen. Anzeichen einer Unterzuckerung können sein: Schwitzen, Blässe, Zittern, Schwäche, Unruhe, Unaufmerksamkeit, Aggressivität, unklare Sprache und Schrift. Wichtig ist die Vermeidung diese Zustandes durch Nahrungsaufnahme zu den vorgesehenen Zeiten (Diät), sowie durch zusätzliche Nahrungsaufnahme bei erhöhtem Bedarf (z.B. Sport).
 
5. Unterzuckerungen
Bei ersten Anzeichen einer Unterzuckerung sollte das Kind (egal zu welcher Schulzeit!) etwas essen (z.B. Brot, Apfel, Banane, Traubenzucker). Eine Nichtbehandlung der Unterzuckerung kann zu Bewusstseinsverlust und Krämpfen führen.
Konnten keine Anzeichen einer drohenden Unterzuckerung erkannt werden, und ist bereits eine Einschränkung des Bewusstseins eingetreten, muss rasch und effizient Hilfe erfolgen: wegen der Gefahr des Verschluckens keine fest oder flüssige Nahrung einflößen, sondern Traubenzucker zwischen Zähne und Wange drücken; Arzt verständigen. Die Injektion von Glucagon unter die Haut kann - bei ausreichender Information und durch den behandelnden Arzt und die Eltern – durch den Lehrer erfolgen.
 
6. Erhöhter Blutzucker
Durch zu reichliche Nahrungszufuhr, zu wenig Insulin, bei Stress und bei Erkrankungen, kann es zu stark erhöhtem Blutzucker kommen. Symptome dafür sind große Harnmengen, daraus resultierend viel Durst, weiters Müdigkeit, Mattigkeit und verringerte Leistungsfähigkeit. Beobachtungen solcher Art sind den Eltern oder dem Arzt möglichst rasch mitzuteilen.
 
7. Behandlung
Die Behandlung einer chronischen Erkrankung erfolgt nicht nur im Krankenhaus oder in der ärztlichen Praxis, sondern auch zu Hause, in der Schule. Die Mitarbeit aller betreuenden Personen ist nötig. Wissen über die Erkrankung, die möglichen Akutkomplikationen und deren Behandlung ist ebenso Grundvoraussetzung, wie Verständnis für das betroffene Kind oder den betroffenen Jugendlichen. Im Sinn der Gruppendynamik ist es sinnvoll auch Klassenkollegen des betroffenen Kindes zu involvieren.
 
 
 
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Intensivierte Blutzuckerkontrolle bei diabetischen Kindern

Das Ziel der pädiatrischen Diabetestherapie ist es, für die Kinder, die oft schon im Kleinkindesalter erkranken, den Grundstein für ein möglichst langes und von Diabeteskomplikationen freies Leben zu legen. Welches Blutzuckerziel dafür erreicht werden muss, ist nicht eindeutig geklärt, aber generell ist das individuell niedrigste HbA1c ohne wiederholte schwere Hypoglykämien anzustreben.
 
Die täglichen Blutzuckerschwankungen eines diabetischen Kindes auch mit einer akzeptablen Therapieadhärenz sind sicherlich viel ausgeprägter als die von erwachsenen Patienten mit Typ-1-Diabetes und nicht mit denen von Patienten mit Typ-2-Diabetes zu vergleichen. Die Empfehlung, 6-mal täglich den Blutzucker zu messen, ist für viele kindliche Patienten und ihre Eltern eine große Herausforderung und manchmal eine Überforderung. Eine Studie zeigte aber, dass Kinder, die seltener als 3-mal täglich eine Blutzuckermessung durchführten, signifikant höhere HbA1c-Werte hatten als Kinder einer Vergleichsgruppe mit vier und mehr Blutzuckermessungen täglich (Anderson et al., J Pediatr 130:257, 1997)
 
Seit einigen Jahren steht die Möglichkeit der kontinuierlichen Gewebsglukoseregistrierung (Continous Glucose Monitoring System, CGMS) natürlich auch für die Kinder zur Verfügung. Diese Systeme bieten eine dichtere Information über den Blutzuckerverlauf (alle 1-5 Minuten durch 5-7 Tage). Vergleichende Untersuchungen bei Kindern zwischen einem kapillären Blutzuckerprofil mit 8 Messungen/Tag und einer kontinuierlichen Messung (Gluco Watch, CGMS MInimed) haben gezeigt, dass mit der kontinuierlichen Messung höhere postprandiale Blutzuckerspitzen erfasst werden, die bei der punktuellen Messung oft untergehen (Boland et al., Diabetes Care 2001; Fiallo-Scharer et al., J Clin Endcrinol Metab 2005). Eine rezente Studie über die Akzeptanz der kontinuierlichen Blutzuckermessmethoden, wie sie derzeit verfügbar sind, hat aber auch gezeigt, dass diese bei Kindern und Jugendlichen deutlich geringer ist als bei Erwachsenen (JDRF-CGM Study Group, NEJM 2008). Es sind die Sensoren noch recht groß und in der Applikation schmerzhaft bzw. auch teilweise noch mit technischen Problemen und Unsicherheiten behaftet, was eine Zurückhaltung der Kinder und ihrer Eltern bedingt.
 
 
Hypoglykämien limitierender Faktor
Das metabolische Ziel für kindliche und jugendliche Patienten mit Typ-1-Diabetes, gemessen am HbA1c, ist nach den Leitlinien der Internationalen Gesellschaft für pädiatrische Diabetologie (ISPAD) < 7,5 % (Rewers et al., Pediatr Diabetes 2009). Dabei ist individuell das niedrigste HbA1c anzustreben, das ohne häufige schwere Hypoglykämien erreicht werden kann. Lange Zeit war gerade die Angst der Eltern und Patienten, aber auch der behandelnden Ärzte vor Hypoglykämien in der pädiatrischen Diabetologie ein limitierender Faktor für eine Reduktion des Blutzuckerniveaus. Es zeigten aber rezente Untersuchungen, dass eher hyperglykämische Zustände und diabetische Ketozidosen im Kindesalter mit einer Verschlechterung der kognitiven Leistung und der Gedächtnisleistung einhergehen (Ghetti et al., J Pediatr 2010; Schoenle et al., Diabetologia 2002).
 
 
Outcomes bei pädiatrischen Patienten
Auch ist die Exzess-Mortalität bei kindlichen und jugendlichen Diabetespatienten vor allem durch ketoazidotische Entgleisungen verursacht und nicht durch Hypoglykämien (Patterson et al., Diabetologia 2007). Es gibt natürlich das vorwiegend im jungen Erwachsenenalter beobachtete Phänomen des „Dead in Bed“-Syndroms, bei dem diskutiert wird, ob es sich um einen durch Hypoglykämie getriggerten plötzlichen kardialen Tod handelt. Im Kindesalter ist dieses Syndrom jedoch eine Seltenheit (Koltin & Daneman, Pediatr Diabetes 2008). Die Prognose bezüglich mikroangipathischer Komplikationen bei Typ-1-Diabetes im Kindes- und Jugendalter zeigt eine enge Assoziation mit der Einstellungsqualität, das heißt mit dem HbA1c (Nordwall et al., Pediatr Diabetes 2009; Abb. 2), und hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich gebessert (Nordwall et al., Diabetologia 2004). Durch die in der westlichen Welt verbesserte metabolische Einstellung der kindlichen Diabetespatienten hat sich ihre Prognose generell verbessert. Trotzdem ist das Mortalitätsrisiko nach einer ca. 20-jährigen Krankheitsdauer – das heißt im jungen Erwachsenenalter – vor allem durch kardiovaskuläre Komplikationen signifikant erhöht (Skrivarhaug et al., Diabetologia 2006). Inwieweit hier präventive Maßnahmen wie die Erfassung von Risikofaktoren und ein frühzeitiger Einsatz konservativer, aber auch interventioneller Maßnahmen eine Verbesserung herbeiführen können, ist offen.
Das Therapieziel eine HbA1c <7,5 % wird in der Pädiatrie und von Patienten in der Adoleszenz nur zum Teil erreicht. So liegt das mittlere HbA1c in einer großen europäischen Vergleichsstudie mit > 2000 Patienten (de Beaufort et al., Diabetes Care 2007) bei 8,2 ± 1,4 % und in einer großen deutsch-österreichischen Qualitätsdatenbank für Patienten mit Typ-1-Diabetes <20 Jahre bei 8,4 ± 1,8 % (DPV-Dokumentationssystem, Universität Ulm).
 
Zusammenfassung
Auch im Lichte der Publikation von Currie et al. (Lancet 2010), die sich ja auf eine völlig andere Diabetesform und ein anderes Lebensalter bezieht, ist das Therapieziel bei Typ-1-Diabetes im Kindes- und Jugendalter (HbA1c <7,5 %) nicht zu ändern und weiterhin der ohne wiederholte schwere Hypoglykämien erreichbare HbA1c-Wert anzustreben, um die Prognose bezüglich der diabetischen MIkroangiopathie weiterhin zu verbessern. In der Zukunft wird aber auch auf das prämature kardiovaskuläre Risiko bei jungen Patienten mit Typ-1-Diabetes ein besonderes Augenmerk gelegt werden müssen.
 
Autoren:
 
Univ.-Prof. Dr. Edith Schober ( Universitätsklinik für Kinder- & Jugendheilkunde, Medizinische Universität Wien)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Univ.-Prof. Dr. Birgit Rami (Universitätsklinik für Kinder- & Jugendheilkunde, Medizinische Universität Wien)
 
 
 
 
 
Quelle: Diabetes Forum 2/2010
 
 
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Bilder erzählen meine Krankheit

Du hast Diabetes? Und Du bist kreativ? Dann mach' mit und lass' doch mal die Bilder sprechen....
 
  
Das Leben von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes ist stark von ihrer Krankheit geprägt. Bei einem Bilderwettbewerb geben junge Diabetiker jetzt anderen Menschen einen Einblick in ihren oft beschwerlichen Alltag.
 
Gerade in der schwierigen Phase der Pubertät wird die chronische Krankheit verdrängt, und die Jugendlichen wollen nicht wahrhaben, dass sie mit dem Diabetes leben und sich auch entsprechend verhalten müssen. Dadurch entstehen vielfältige Probleme und teils auch schwere gesundheitliche Belastungen.
 
Zahlreiche tolle Preise zu gewinnen
Der Wettbewerb „Bilder erzählen meine Krankheit“ soll junge Diabetiker zu einer positiven Auseinandersetzung mit ihrer Krankheit anregen. Kinder und Jugendliche mit Diabetes zwischen 6 und 18 Jahren können eine Zeichnung, ein Bild, eine Collage oder auch ein Foto, ein Video oder eine Computeranimation einreichen und damit tolle Preise gewinnen, etwa einen Ostsee-Segeltörn auf einer Windjammer von Traditional Sailing Charter, eine Wii-Konsole von Nintendo mit sportlichen Spielen und Profimalutensilien von Boesner.
 
Ausgeschrieben wird der Wettbewerb vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands, von der Bundesweiten Fördergemeinschaft Junger Diabetiker, von Diabetes-Kids.de, vom Bund diabetischer Kinder und Jugendlicher, vom Deutschen Diabetiker Bund, von diabetesDE, vom Diabetikerbund Bayern und von der der AOK Bayern.
„Die bildliche Darstellung soll den Diabetikern eine Möglichkeit bieten, Themen und Gefühle auszudrücken, mit denen sie sich sonst eher schwer tun“, erklärt Eduard Goßner vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands.
 
„Die besten Einsendungen werden nicht nur mit einem Sachpreis ausgezeichnet, sie werden auch bei einer Ausstellung beim Weltdiabetestag in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt“, erklärt Schauspielerin Bernadette Heerwagen, die Schirmherrin des Wettbewerbes, der von Novo Nordisk unterstützt wird.
 
 
Wettbewerbsteilnehmer schicken ihre Werke mit einem adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlag an das 
 
 
 
CJD Berchtesgaden
Buchenhöhe 46
83471 Berchtesgaden
Stichwort „Bilderwettbewerb Diabetes“
 
Einsendeschluss ist der 15. September. Die Präsentation der Siegerbilder erfolgt am Weltdiabetestag im November.
Detaillierte Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.cjd-berchtesgaden.de
Hast Du Fragen? Ruf einfach an (08652 6000-161) oder schreib eine Email
 
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10 Tipps für den Insulin-Alltag

Pumpe, Pen und Einmalspritze - so stechen Sie sicher und richtig

Von Sabrina Amlacher
 
   
 
 
Wenn Bewegung, Diät und Pulver als Therapie nicht mehr ausreichen, müssen Diabetiker mit Insulin behandelt werden. Heute kann so eine Insulin-Behandlung kann mit Spritzen, Pens oder mit Hilfe einer Insulinpumpe erfolgen. Welche Behandlung der Diabetiker bevorzugt, bleibt jedem selbst überlassen. Folgende Tipps sollen das Leben mit der unter die Haut gehenden Therapie erleichtern:
 
1. Subkutan
Es hat sich bei der Insulintherapie bewährt, in das Unterhautfettgewebe (subkutan) zu spritzen. Das Unterhautfettgewebe liegt nicht sehr tief und ist auch von Laien sehr gut zu treffen. In dieser Gewebeschicht wirkt das Insulin relativ gleichbleibend. So lässt sich die Wirkung gut abschätzen.
 
2. Länge der Nadel
Wichtig ist zunächst die Auswahl der Nadellänge. Bei sehr schlanken Personen mit wenig Unterhautfettgewebe sollte die Nadel kürzer sein als bei Personen mit hohem Unterhautfettgewebe. Denn bei sehr schlanken und muskulösen Menschen und bei Verwendung zu langer Nadeln wird das Insulin ungewollt tiefer, also in die Muskeln unter dem Unterhautfettgewebe gespritzt. Durch eine passende Nadellänge und richtiger Technik beim Spritzen lässt sich diese Komplikation vermeiden.
 
3. Richtige Stelle
Jeden Tag sollte beim Spritzen eine andere Stelle gewählt werden, denn nur so lassen sich unschöne und ungesunde Verhärtungen der Haut vermeiden.
 
4. Richtiges Spritzen
Beim Spritzen muss man die Haut mit zwei Fingern der einen Hand leicht anheben. Man hat darauf zu achten, nur das Unterhautfettgeweben anzuheben und nicht die Muskulatur darunter. Mit der anderen Hand verabreicht man sich dann das Insulin, indem die Nadel der Spritze oder der Spritzhilfe in einem Winkel von 45-90° eingestochen wird.
Während des Spritzens nicht die Hautfalte loslassen und die Nadel weitere 10 Sekunden in der Haut lassen. Nur so ist gewährleistet, dass das Insulin im Unterhautfettgewebe bleibt. Erst danach zieht man die Spritze oder den Pen aus der Haut.
 
5. Trüb oder klar?
Bei den verschiedenen Präparaten sollte der Diabetiker beachten, dass er trübes Insulin vor der Injektion durch schwenken und kippen durchmischen sollten (nicht schütteln!!!). Grund: Nach längerem Liegen des Insulins trennen sich der trübe und der klare Anteil des Präparates.
Beim Insulin spritzen kann es sonst passieren, dass nur der klare und schnell wirkende Anteil injiziert wird, wohingegen der trübe, also verzögerte Anteil noch in der Spritze bleibt.
 
6. Wechseln
Neulingen wird empfohlen, unbedingt ist darauf zu achten, dass die Injektionsnadel nach jeder Benützung gewechselt wird. Nach einmaligem Verwenden ist die Nadel nicht mehr steril, sie wird bei mehrmaligem Gebrauch immer stumpfer, die Nadel kann sich verbiegen, theoretisch sogar abbrechen und in der Haut des Patienten steckenbleiben. Dadurch dass nach mehrmaligem Verwenden der Nadel der Silikonschutzfilm abgerieben wird, wird die Injektion auch schmerzhafter.
 
7. Länge der Kanüle
Bei den meisten Kathetern ist es möglich zwischen verschiedenen Kanülendurchmessern zu wählen. Die Entscheidung hängt von der Hautdicke ab: Schlanke Menschen, Kinder und Jugendliche sollten höchstens die 8 mm Kanüle nehmen, Übergewichtige nach Rücksprache mit dem Arzt eine dickere.
 
8. Länge des Schlauchs
Die Wahl der Schlauchlänge hängt von der Tragehaltung der Pumpe ab. Wichtig ist, dass der Patient den Schlauch nie um die Pumpe wickelt, wenn er zu lang ist. Es kann nämlich passieren, dass er dabei abgeknickt oder beschädigt wird.
 
9. Reinigung
Die Einstichstelle sollte vor dem Einführen der Kanüle gründlich gereinigt werden. Viele Experten empfehlen, sie mit einem Spray oder einem Alkoholtupfer zu desinfizieren, um Entzündungen zu vermeiden. Das Mittel muss auf der Haut trocknen und darf nicht abgewischt werden.
 
10. Einstichstelle
Die Platzierung des Katheters sollte nach den gleichen Kriterien, wie die des Pens verlaufen. Alle zwei bis drei Tage soll man sie aus hygienischen und medizinischen Gründen wechseln: Es könnte sonst zu Hautreizungen und Verhärtungen der Einstichstelle kommen und es könnten nach einige Zeit (je nach Durchfluss) Nadelverschlüsse auftreten und dann droht die Gefahr einer Ketoazidose.
 
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Wie die fünf Jahre junge Svea mit ihrem Typ-1-Diabetes zurecht kommt

Normaler Alltag mit kleinem Anhängsel

Minden (mt). Unser Kind hat Diabetes: Die Nachricht war für Bianca und Tobias Köhler im November 2006 erstmal ein Schock. Heute hat die Familie gelernt, die Diabetes-Erkrankung ihrer fünf Jahre alten Tochter Svea ohne große Probleme in den Alltag zu integrieren. Hilfreich sei der Austausch mit anderen Betroffenen, sagen sie.
 
Von Anja Peper
 
Aus diesem Grund hat Bianca Köhler kürzlich das Angebot des Arbeitskreises Eltern Diabetischer Kinder e. V. (AEDK) erweitert und einen "Diabetes Family Treff" gegründet. Die Gruppe ist für Eltern und Kindern mit Typ-1-Diabetes gedacht (Treffpunkt unten). Die Mutter ist sich sicher: "Das Zusammensein mit anderen diabetischen Kindern hilft, die Krankheit zu akzeptieren und mit ihr leben zu lernen." Während die Kinder spielen, können sich die Eltern über den Umgang mit Diabetes austauschen. Dabei stehen ganz praktische Fragen im Vordergrund: Was machen wir bei Kindergeburtstagen oder Klassenfahrten? Was gibt es für BE-freie Süßigkeiten? Wo finde ich einen zuverlässigen Babysitter? In lockerer Runde werden individuelle Fragen besprochen. Dabei geht es nicht um erreichbare Blutzuckerwerte, sondern um erreichbare Lebensqualität.
 
Typ-1-Diabetes wird durch den absoluten Mangel am Hormon Insulin verursacht. Als die kleine Svea drei Jahre alt war, bekamen die Eltern die Diagnose. Niemand sonst in der Familie leidet an Typ-1-Diabetes - auch die jüngere Schwester Klara nicht. Wenn Svea und Klara gemeinsam durch die Wohnung flitzen, lässt sich nicht erraten, wer von beiden Diabetes hat. Denn Sveas kleines Anhängsel, die Insulinpumpe, verbirgt sich unter ihrer Kleidung. Die handliche Pumpe ist nur etwa so groß wie ein Handy. Aber sie hat die Insulintherapie revolutioniert. Das ständige Spritzen fällt weg, die Insulinzufuhr erfolgt über das kleine Gerät, auch nachts im Schlaf.
 
Zu den Mahlzeiten wird mit der Pumpe zusätzliches Insulin je nach BE (Kohlenhydrat)-Gehalt der Nahrung abgegeben. Nur zum Schwimmen wird sie abgenommen. Svea trägt die Pumpe beim Reiten, beim Sport und natürlich auch im Kindergarten. Die Erzieherinnen sind über den Diabetes informiert und erinnern sie daran, ihren Blutzuckerwert zu messen, falls die Fünfjährige das mal vergessen sollte. Denn zu hohe oder niedrige Blutzuckerwerte wird es immer wieder geben. 12 bis 15 Messungen pro Tag sind erforderlich. Denn selbst die besten Hilfsmittel können die Bauchspeicheldrüse nicht perfekt nachahmen. Wenn der Wert mal unter 60 sinkt, wissen die Erzieherinnen: Das Mädchen muss sofort Traubenzucker bekommen. Sie hat immer ein paar Stückchen in ihrer Tasche dabei.
 
Svea weiß, dass Nudeln Kohlenhydrate enthalten
 
Svea hat die Krankheit schnell in ihren Alltag integriert: "Oft haben Erwachsene mehr Probleme damit als die Kinder selbst", ist die Erfahrung von Tobias Köhler. Darum hofft er, dass seine Tochter einen verständnisvollen und zuverlässigen Klassenlehrer bekommt, wenn sie im Sommer eingeschult wird. Zumindest in den ersten Wochen will ihre Mutter in den Pausen kontrollieren, ob Svea ans Messen gedacht hat. Meist ist die Fünfjährige recht zuverlässig.
 
Das gilt auch fürs Naschen beziehungsweise Nicht-Naschen: ein schwieriges Thema für viele diabetische Kinder. Svea mag gerne Gummibärchen, weiß aber, dass sie auch mal verzichten muss. Mit der Zeit ist sie zu einer richtigen kleinen Ernährungsexpertin geworden: "Zum Beispiel erklärt sie den anderen Kindern, dass Nudeln zwar nicht süß schmecken, aber dennoch viele Kohlenhydrate enthalten und dass sie deshalb nicht davon essen darf, ohne Insulin abzugeben."
 
Der Arbeitskreis Eltern diabetischer Kinder (AEDK) wurde schon 1985 in Minden gegründet. Sie kommen regelmäßig zu abendlichen Treffen zusammen. Der neue "Family Treff" am Nachmittag ist dagegen auch für die Kinder gedacht.
 
Diabetes Family Treff jeweils am dritten Mittwoch im Monat um 16 Uhr im Albert-Schweitzer-Haus (Brauereistraße). Kontakt über Telefon (0571) 39 88 103 oder über die Homepage www.AEDK-Minden.de. Die Eltern treffen sich jeden ersten Montag im Monat um 20 Uhr im Lerntherapeutischen Zentrum, Bäckerstraße 74
 
Die Texte und Bilder aus dem Mindener Tageblatt und/oder aus MT ONLINE sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverwendung ist nur mit Zustimmung der Chefredaktion gestattet.
 
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Diabetes mellitus Typ 1 und Schwangerschaft

 
Von Univ.-Prof. Dr. Harald Zeisler Abteilung für Geburtshilfe und feto-maternale Medizin Universitätsklinik für Frauenheilkunde Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien
 
 
Schätzungsweise 0,5% aller Graviditäten werden durch einen Diabetes mellitus Typ 1 kompliziert. Da es sich dabei um Hochrisiko-Schwangerschaften handelt, bedarf es einer gemeinsamen Betreuung durch spezialisierte Diabetologen, Geburtsmediziner, Hebammen und Neonatologen in enger Kooperation mit anderen Fachgebieten.
 
Erfüllter Kinderwunsch auch bei Typ-1-Diabetes
 
Die Fertilität von Frauen mit Typ-1-Diabetes unterscheidet sich kaum im Vergleich zu der Fertilität stoffwechselgesunder Frauen. Präkonzeptionell sollte eine normnahe Stoffwechseleinstellung für mindestens drei Monate erzielt werden. Frauen mit Typ-1-Diabetes sollen darüber aufgeklärt werden, dass ihre Kinder ein erhöhtes Risiko haben, im Laufe des Lebens an Typ-1-Diabetes zu erkranken. Das erhöhte Fehlbildungsrisiko, insbesondere Neuralrohrdefekte und Herzfehler, korreliert im Wesentlichen mit der perikonzeptionellen Stoffwechseleinstellung. Fetale Chromosomenaberrationen treten nicht gehäuft auf. Frauen können heute bei optimaler Stoffwechseleinstellung, auch bei diabetischer Nephropathie, ohne Bedenken schwanger werden und brauchen die Anzahl der Kinder nicht zu beschränken.
 
Komplikationen und Begleiterscheinungen
 
Im ersten Trimenon ist mit einer höheren Rate an schweren Hypoglykämien zu rechnen, die primär aus mütterlicher Sicht vermieden und behandelt werden sollten. Nachteilige fetale Auswirkungen durch einzelne, schwere Hypglykämien sind nicht bekannt geworden, allerdings fehlen Nachbeobachtungen der Kinder bezüglich ihrer psychomotorischen Entwicklung. Bei sehr niedrigem mittlerem Blutglukoseniveau ist einerseits das Frühabortrisiko erhöht, andererseits die Gefahr einer fetalen Wachstumsretardierung zu bedenken. Das Risiko einer Gestationshypertonie/Präeklampsie liegt bei Frauen mit einem Diabetes mellitus im Vergleich zu stoffwechselgesunden Frauen deutlich höher. Da die diabetische Retinopathie die häufigste mikrovaskuläre Komplikation bei diabetischen Schwangeren ist,sollte der Geburtshelfer ein augenärztlichen Konsil indizieren bzw. einholen. Sowohl eine nicht proliferative als auch eine proliferative Retinopathie stellen per se jedoch keine Indikation zur Sectio dar.
Frauen mit Diabetes mellitus haben sowohl ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko bei prädisponierenden Faktoren wie auch eine hohe Prävalenz für eine Autoimmunthyreoiditis. Die Häufigkeit von Infektionen im Bereich des Urogenitaltraktes ist bei Frauen mit Typ-1-Diabetes erhöht.
 
Richtiges geburtshilfliches Management
 
Der Abdomenumfang ist ein wichtiger Parameter zur Erfassung einer diabetogenen Makrosomie, insbesondere bei einem für das Gestationsalter zu großen Abdomenumfang, jedoch normalen Maßen für Kopf und Femur. Ein Polyhydramnion kann ein Hinweis für eine diabetogene Fetopathie sein. Verschiedene Studien konnten bei Patientinnen mit Typ-1-Diabetes ein deutlich im Mittel 4,5fach erhöhtes Frühgeburtenrisiko belegen. Nach Beginn der fetalen Lungenreifeinduktion durch Glukokortikosteroide steigt der Insulinbedarf ab der 5. – 6. Stunde für ca. vier bis fünf Tage um 20-40 % an.
Das Risiko für einen IUFT bei präexistentem mütterlichem Diabetes beträgt das 4-6 Fache gegenüber der allgemeinen Bevölkerung. Da es in allen Studien auch bei normalen Dopplerbefunden zum Auftreten eines IUFT oder einer erhöhten perinatalen Morbidität kommen kann, wird eine routinemäßige Dopplersonographie nicht als obligat eingeschätzt.
 
Diabetes mellitus Typ 1 ist per se keine Sectoindikation
 
Die Einweisung am errechneten Geburtstermin zur Geburtseinleitung wird allgemein empfohlen. Mit Einsetzen der Wehentätigkeit unter der Geburt kommt es zu einem vermehrten Glukoseverbrauch und einem raschen Abfall des Insulinbedarfs. Mütterliche Hypoglykämien können unter der Geburt die Stimulation der fetalen Insulinproduktion sowie das Risiko für eine subpartale Azidose und neonatale Hypoglykämie steigern. Eine Hypoglykämie der Mutter kann zum Nachlassen der Wehentätigkeit führen. Die Schulterdytokie ist eine seltene, aber ernste geburtshilfliche Komplikation, die potenziell eine Schädigung des Neugeborenen, vor allem Oberarmplexus-Lähmungen, verursachen kann. Wenn eine Makrosomie diabetischen Ursprungs vorliegt, scheint die diabetesbedingte Schulterdystokie aus ungeklärten Gründen schwerwiegender zu sein. Infolgedessen wurde vorgeschlagen, bei diabetogener Makrosomie bei einem Geburtsgewicht ab > 4.250g durch Kaiserschnitt zu entbinden. Im Rahmen eines Kaiserschnittes ist daran zu denken, dass bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 die Insulintherapie unterbrochen wird. Bei guter Stoffwechseleinstellung und ohne Folgeerkrankungen liegen kein erhöhtes perioperatives Morbiditäts- oder Mortalitätsrisiko, keine gestörte Wundheilung und keine erhöhte Infektionsgefahr vor. In den letzten Jahren stellte man allerdings fest, dass über die Hälfte von Plexus-Lähmungen bei einem Geburtsgewicht von <4.000g auftraten. In Anbetracht der Diskussion um die „elektive Sectio“ auf Wunsch ist es sinnvoll, die Patientin bei großen Kindern über die Problematik aufzuklären und gegebenenfalls ihrem Sectiowunsch nachzukommen. Wird jedoch eine vaginale Entbindung angestrebt, ist es wichtig, Kentnisse über hilfreiche geburtshilfliche Manöver zur Lösung der Schulterdystokie zu haben. Da dieses Ereignis, wie erwähnt, sehr selten auftritt, bewährt es sich, diese Manöver gegebenenfalls am Phantom regelmäßig zu üben und zusätzlich Abbildungen im Kreissaal gut sichtbar aufzuhängen. (Abb.)
 
 
 
Schlechte Einstellung schadet dem Kind
 
Beim Typ-1-Diabetes nimmt in der Schwangerschaft die Glukosetoleranz ab. Der Relative Insulinbedarf der Patientin steigt. Der von der Mutter aufgenommene Zucker durchdringt zudem die Plazentaschranke. Wird die Insulintherapie dem gestiegenen Bedarf nicht exakt angepasst, übernimmt die kindliche Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion, das Kind wird sehr groß und dick und kommt mit einer überfunktionierenden Bauchspeicheldrüse auf die Welt. Das bedeutet, dass es in den ersten Lebenstagen häufig unterzuckert ist. Typische neonatale kindliche Komplikationen sind Hypoglykämie, Hyperbilirubinämie, Polyglobulie, transiente hypertrophe Kardiomyopathien, Atemstörungen und Makrosomie. Bei Müttern mit Diabetes wird Stillen ausdrücklich empfohlen, es sollte auch während der Stillzeit eine optimale Stoffwechseleinstellung erzielt werden. Bei Einsetzen der Milchproduktion kommt es häufig zum weiteren Abfall des Insulinbedarfes. Bei stillenden Frauen muss damit gerechnet werden, dass bis zu 25% weniger Insulin benötigt wird.
 
Quelle: www.universimed.com  
 
 
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KINDERFREUNDLICHKEIT – mal ganz groß geschrieben

Ihr Kind ist insulinpflichtig, misst mit einem OneTouch® Ultra®2 Blutzuckermessgerät und möchte dieses farblich „aufpeppen“? Die ersten 100 Teilnehmer können sich über die beliebten, farbenfrohen OneTouch® Ultra®2 Sticker freuen und bekommen diese gratis zugeschickt! Oder melden Sie Ihr Kind ganz einfach und kostenlos bei unserem TrauDi Club an.
 
 

 

KINDERFREUNDLICHKEIT – wird bei LifeScan groß geschrieben 

Kinder sind aktiv, spontan und wollen etwas erleben. Umso wichtiger ist es, den Blutzucker regelmäßig zu kontrollieren. Die Integration der Blutzuckermessung in den aktiven Kinderalltag ist jedoch oftmals eine Herausforderung für Eltern und Kinder.
LifeScan ist sehr bemüht gerade hier zu unterstützen und bietet seit einigen Jahren ein sehr kinderfreundliches Service.
 
Mit dem TrauDi Club bietet LifeScan ein kompetentes und informatives Service für Eltern und Kinder mit Diabetes:
 
Unser TrauDi Club Paket wird 3x im Jahr direkt an Ihr Kind gesendet. Jede Ausgabe enthält den TrauDi Club Newsletter für die Eltern mit Tipps & Tricks rund um das Thema Diabetes, sowie eine kleine Überraschung für Ihr Kind. Weiters ist stets ein Comic von unserem Maskottchen, der Giraffe Traudi, mit dabei. Auch Traudi ist Diabetikerin und in den Geschichten wird gezeigt, wie Sie in Ihrem Alltag damit umgeht.
Und das Beste daran: Dieser Service ist unverbindlich und kostenlos!
 
Doch nicht nur mit unserem Service möchten wir Sie unterstützen! Mit den „OneTouch® UltraEasy® Colours“ in den Farben Pink, Grün und Rotbraun bringen wir mehr Farbe in ein aktives Kinderleben und die Blutzuckermessung.
 
Der OneTouch UltraEasy besticht durch sein Design und seine einfache Handhabung! Einfaches Vor- und Zurückblättern mit Pfeiltasten erleichtert das Bedienen, der Gerätespeicher fasst 500 Messwerte mit Datum und Uhrzeit und er verfügt über eine PC Schnittstelle. Die praktische Tasche ist klein und kompakt für platzsparenden Transport.
 
LifeScan hat noch einen farbenfrohen Trumpf in der Tasche – die OneTouch® Ultra®2 Sticker, exklusive für das OneTouch® Ultra2® Messgerät Ihres Kindes. Wir verlosen einmalig jeweils zwei Sticker an die ersten 100 Teilnehmer. Füllen Sie ganz einfach unser Kontaktformular aus – Viel Spaß damit!
 
Wollen auch Sie dieses kinderfreundliche Service nutzen?
 
Das Lifescan-Kundenservice steht Ihnen gerne für Fragen oder Anmeldungen zum Kinderclub zur Verfügung: 0800 244 245 (gebührenfrei).
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Fastfood und wenig Bewegung macht unsere Kinder zuckerkrank

Die Diabetologin Edith Schober* kritisiert den westlichen Lebensstil - Er sei schuld daran, dass immer mehr Kinder an Typ-2-Diabetes erkranken. Peter Illetschko sprach mit ihr.
 
STANDARD: Immer mehr Kinder erkranken an Diabetes. Woran liegt das?
 
Schober: Da muss man unterscheiden. In Europa kommt bei Kindern vor allem der Typ-1-Diabetes vor. Umweltfaktoren wie Infektionen oder Stress spielen hier wahrscheinlich eine Rolle. Der Typ-2-Diabetes nimmt in allen Altersgruppen, also auch bei Kindern und Jugendlichen, zu - hier vor allem aber in den USA und in Schwellenländern in Asien. Die indianische Bevölkerung in Nordamerika und Mexiko und Asiaten scheinen dabei besonders gefährdet zu sein. Oft tritt Typ-2-Diabetes hier als Folge der Fettleibigkeit auf.
 
STANDARD: Warum vor allem diese Bevölkerungsgruppen? Liegt es daran, dass die Kids heute mehr denn je Pommes und Hamburger essen statt der traditionellen, gesünderen Nahrung, die ihre Eltern und Großeltern zu sich nahmen?
 
Schober: Der "nicht gesunde westliche Lebensstil" ist ein Auslöser für Fettleibigkeit. Da greifen viele Faktoren ineinander. Über die Medien wird Fastfood angepriesen, es wird nicht nur zu viel davon gegessen, es fehlt auch an Alternativen. Die Qualität der Nahrung sinkt. In früheren Jahren waren Kinder in diesen Regionen auch gezwungen, viele Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen. Heute sind sie weitgehend mobil, ohne sich körperlich anzustrengen.
 
STANDARD: Glauben Sie, dass der Typ2-Diabetes in unseren Breiten auch bei Kindern stärker auftreten wird?
 
Schober: Der ungesunde Lebensstil ist natürlich auch in Mitteleuropa ein Problem. Auch unsere Kinder werden immer dicker. Da sollte man gegensteuern - mit Ernährungs-umstellung und mehr Bewegung. Derzeit haben wir aber wie gesagt vor allem Kinder mit Typ-1-Diabetes.
 
STANDARD: Wenn diabetische Kinder zu Ihnen kommen, welche Symptome haben die?
 
Schober: Kinder, die am Typ-1-Diabetes erkranken, sind sehr müde und wirken in der Schule oft recht unkonzentriert. Sie haben nicht selten Gewicht verloren, viel Durst und einen recht starken Harndrang. Das sind Symptome, die man eigentlich nicht übersehen kann. Zum Glück kommen viele Eltern von selbst mit dieser Verdachtsdiagnose zum Kinderarzt. Der Typ 2 wird meist nur zufällig erkannt. Bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen muss man leider an die hierzulande noch seltene Diagnose denken, vor allem dann, wenn auch Eltern oder Großeltern diese Zuckerkrankheit, einen hohen Blutdruck und überhöhte Blutfettwerte haben.
 
STANDARD: Erwachsene Diabetiker haben es nicht ganz leicht, trotz Krankheit ein "normales" Leben zu führen. Wie sehen Sie dieses Problem bei Kindern?
 
Schober: Jede Form des "Andersseins" bei Kindern stellt ein soziales Problem dar. Ob sie nun Adipositas haben oder den Diabetes. Im Kindergarten und in der Schule haben Kinder aufgrund der notwendigen Therapiemaßnahmen eine gewisse Sonderstellung. Es ist nicht ganz einfach, die richtige Balance zu finden, damit die Kinder hier keine Außenseiter werden.
 
STANDARD: Wie kann man das verhindern?
 
Schober: Durch Einbindung in alle Aktivitäten. Man sollte auf Unterzuckerungen bei Wanderungen zwar achten, aber nicht aus Angst davor das Kind zu Hause lassen. Es sind gemeinsame Anstrengungen notwendig. In den meisten Fällen gelingt das auch. Wenn nicht, sollte man sich nicht scheuen, die Hilfe von Diabetesberatern und Psychologen in Anspruch zu nehmen.
 
*Edith Schober leitet mit Birgit Rami die Diabetesambulanz im Wiener AKH. Wissenschaftlich arbeitet sie auf dem Gebiet der Diabetes-Epidemiologie. Im klinischen Bereich liegt der Schwerpunkt auf neuen Therapiestrategien mit Insulinpumpen und GlucoseSensortechnik für Kinder und Jugendliche
 
(Mit freundlicher Genehmigung von DER STANDARD, www.derstandard.at)
 
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Hellmut Wutzl betreut als Kinderarzt im Krankenhaus Wr. Neustadt unter anderem zuckerkranke Kinder

Arzt mit Leidenschaft

Von Peter Illetschko
 
Eigentlich hat Hellmut Wutzl schon bald gewusst, dass er als Arzt mit Kindern arbeiten will. Es war wohl die Faszination für das Leben eines heranwachsenden Menschen. Da verändert sich dauernd recht viel, da ist der „Umbruch“ oft zu merken. Da reift eine Persönlichkeit.
 
Zum Arztberuf selbst ist er aber auf Umwegen gekommen. Der Vater, selbst Arzt für Allgemeinmedizin, hat ihn nie gedrängt und nie abgeraten. Hellmut Wutzl wollte auch anfangs einen anderen Zugang zur Medizin finden – und im Pharmabereich Forschung betreiben und allein deswegen studieren. Da man aber als Medizinstudent auch Ferialpraktika absolvieren muss, roch er in den Spitalsbetrieb, war vom Umgang mit Menschen recht angetan - und der ursprüngliche Berufswunsch war wie weggewischt.
 
Hellmut Wutzl, am 16.6.1969 geboren, hat seine Karriere am Landeskrankenhaus Wr. Neustadt begonnen und ist dem Spital seit dem Turnus 1997 treu geblieben. 2002 begann er die Ausbildung zum Kinderfacharzt, seit Februar 2007 behandelt er die lieben Kleinen als Oberarzt – und das mit Schwerpunkt auf Diabetes und nebenbei auch Adipositas. Der jüngste Patient ist gerade mal zwei Jahre alt, erzählt Wutzl, der sich für jeden mindestens eine halbe bis eine ganze Stunde Zeit nehmen will. Die Schulung, die Betreuung, Kontrolle, ob die Zuckereinstellung nach Wunsch läuft – das braucht natürlich Geduld. „Beim 2-jährigen schulen wir natürlich die Eltern, bei einem 17-jährigen ihn selber.“ Der, von dem er spricht, kam mit einem Langzeitwert von 22 (HbA1c). Gesunde haben fünf bis sechs, gut eingestellte Diabetiker haben maximal sieben. „Der Junge war dann doch sehr erstaunt und schockiert, dass er schwer krank war. Davor half er sich halt, indem bis zu zehn Liter Wasser trank.“ Dabei hatte er noch Glück gehabt, sagt Wutzl. Immer wieder erschreckend, dass Diabetes Typ 1 mit einem „Paukenschlag“ beginnt, „bei dem Patienten fast ins Koma fallen“.
 
Wenn er auch mit übergewichtigen Kindern zu tun hat, würde er wohl manchmal am liebsten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. „Es dauert oft sehr lange und ist auch nicht immer erfolgreich, Eltern von der Notwendigkeit einer radikalen Lebens- und Ernährungsumstellung (die natürlich behutsam vorgenommen wird) zu überzeugen.“ Was hilft es, wenn man Kindern, die in einem Alter von zehn bis elf Jahren schon 20 Kilo zuviwl haben, Diätpläne mitgibt, „und die Eltern dann Schnitzel und Chips essen?“ Trauriges Fazit: „Der Umgang mit der Krankheit Fettleibigkeit ist nicht begeisternd.“
 
Wutzl sagt, dass er einige Kinder schon sah, die einen „erhöhten Nüchtern-Insulinspiegel“ hatten. „Da stand der Typ 2 Diabetes, der ja schon lange nicht mehr Altersdiabetes heißen dürfte, vor der Tür und klopfte schon kräftig an.“
 
Woran liegt es, dass sich so viele Kinder so schlecht ernähren? Wutzl bekrittelt die mangelhafte Motivation durch die Eltern, sich zu bewegen. „Die Kinder vor dem TV oder der Playstation setzen, ist leider bequemer.“ Bewegung machen, sei nicht mehr selbstverständlich. Wutzl erinnert sich: „Als wir Kinder waren, war das Rad ein Fortbewegungsmittel wie jedes andere. Es war normal, damit unterwegs zu sein.“ Heute sei das bei Kindern nicht mehr so.
Der Kinderarzt, der sich einst auch für die Sterne interessierte und dessen Bubentraum es war Astronaut zu werden, blickt auch einmal in die Zukunft. Sein größter, vielleicht unerfüllbarer Wunsch wäre wohl, dass Zuckerkranke nicht mehr spritzen müssen. „Vor allem bei Kleinkindern ist das nach wie vor ein großes Problem.“
 
Sein größter, vermutlich doch realisierbarer Wunsch ist es, einmal eine eigene Praxis zu haben. Nach Wien, wo die Karriere im Vordergrund steht, zieht es den leidenschaftlichen Hobbygärtner und Mountainbiker nicht. „Für mich steht die Familie im Zentrum.“ Die ihn auch auf Trab hält, seit drei Monaten mehr und beglückender als je zuvor: Seit „meine Mädchen“, Zwillinge, auf der Welt sind. Am AKH, in der vielleicht bekanntesten Kinder-Diabetesabteilung Österreichs, hätte er da Abstriche zu machen. „Und das kommt für mich gar nicht in Frage.“
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Spritzen: So bleiben kleine Patienten angstfrei

Am Besten funktioniert Ablenkung - auch ein Plüschtier kann dabei helfenKein Kind mag Spritzen. Kanadische Wissenschafter haben aber gleich mehrere Tricks auf Lager, mit denen Einstichen der Schrecken genommen werden kann.
Im Laufe ihrer Kindheit müssen Mädchen und Buben etliche Impfungen, Injektionen und medizinisch notwendige Einstiche über sich ergehen lassen.

Weil diese zu den von Heranwachsenden am meisten gefürchteten ärztlichen Handlungen gehören, hat eine Gruppe kanadischer Wissenschafter zuletzt nach Möglichkeiten gesucht, wie die Begegnung mit der Nadel weniger angsteinflößend gestaltet werden könnte. Und das Team um die Psychologin Lindsay Uman von der Dalhousie University in Halifax in Nova Scotia wurde fündig: Gleich mehrere Methoden eignen sich den Forschern zufolge, um Kindern die Angst vor dem Einstich zu nehmen – oder sie zumindest kurzfristig davon abzulenken.

Datenmaterial aus 28 Studien
Mithilfe von einfachen Methoden würde es Ärzten, medizinischem Personal und sogar den Kindern selbst gelingen, dem Pieks den Schrecken zu nehmen und mit der Situation besser zurechtzukommen, beschreibt Uman. Die Forscher analysierten die Ergebnisse aus insgesamt 28 Studien. Kinder mit pathologischer Spritzen-Phobie waren nicht einbezogen worden, die untersuchten Probanden hatten allesamt "normale" Angst vor den Nadeln gezeigt. Die durchgeführten Behandlungen umfassten neben Impfungen auch Entnahmen von Knochenmark und Liquor. Rund 2.000 Kinder und Jugendliche wurden in den Studien erfasst.

Ablenkung zeigt Erfolg
Die untersuchten Methoden zur Minderung der kindlichen Angst umfassten simple Ablenkung, Hypnose und das Wiederholen ermutigender Aussagen seitens des Kindes. Auch auf das Verhalten gerichtete Maßnahmen wie Atemübungen und verschiedene Entspannungstechniken wurden auf ihre Wirksamkeit hin untersucht. Manche Interventionen waren ohne Aufwand durchzuführen, andere machten den Einsatz von Videofilmen oder Audiotechnik notwendig. Allerdings zeigte die Studie, dass weniger oft mehr ist: Die kindliche Angst ließ sich den Forschern zufolge am besten mit einfachen Maßnahmen vertreiben. So schnitten Techniken zur Ablenkung neben Verhaltens-Interventionen und Hypnose am besten ab.

Langes Training nicht vonnöten
Die kleinen Patienten ließen sich von ihrer eigenen Angst oft schon dadurch ablenken, dass sie Zahlenreihen laut aufsagten, oder während der Injektion einer Geschichte zuhörten. Sehr kleine Kinder ließen sich häufig durch Seifenblasen erfolgreich auf andere Gedanken bringen. Einige Anästhesisten beherrschen Uman zufolge gar ein kleines Repertoire an Zaubertricks, um die Kinder kurzfristig abzulenken. Viele der Methoden erfordern nach Ansicht der Psychologin weder großes Können noch langes Training. Was es allerdings braucht, ist die Bereitschaft von Ärzten und Krankenpersonal, sich mit den Bedürfnissen der kleinen Patienten auseinanderzusetzen.

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Michael Fabry, 11, hat Diabetes und einen großen Traum

Fußball spielen wie Ronaldinho

Von Peter Illetschko

Der elfjährige Michael Fabry ist seit fünf Jahren Diabetiker und betreibt seit Jahren Vereinssport: Fußball, Judo und Schifahren.

Diabetes als Teil des Lebens akzeptieren, Diabetes aber nicht als Schicksalsschlag hinnehmen: Was viele erwachsene Diabetiker nicht schaffen, lebt Michael Fabry vor. Seit fünf Jahren hat er Diabetes Typ1, also jene Erkrankung, die aufgrund eines Missverständnisses des Körpers entsteht: Die Insulin produzierenden Zellen der Bauspeicheldrüse werden irrtümlich als Fremdkörper erkannt und zerstört. Der Patient muss künstliches Insulin spritzen.

„Für mich ist das alles kein Problem“, sagt Michael. Er lebt nach einer funktionellen Insulintherapie, spritzt Lantus, Actrapid und Rapid. Und ist bestens eingestellt. Deshalb hat er auch begonnen, in Vereinen Sport zu betreiben. Im Sommer spielt er seit drei Jahren Fußball im SC Ehrenschachen, im Winter fährt er mit Begeisterung Schi und völlig unabhängig von der Jahreszeit trainiert er seit vier Jahren beim ASVÖ-Judoclub Friedberg die asiatische Selbstverteidung. Durchaus erfolgreich, wie verschiedene Tagesbestzeiten im Schilauf und Pokale für den kleinen Judoka zeigen. „Diabetes ist kein Hindernis für Erfolge“, weiss Michael und will an die bereits erlebten Erfolge noch einige dran hängen.

Vor dem Sport misst Michael seinen Zucker, isst genug, um in keinen Hypo zu fallen, in einer Pause misst er nochmals, isst, wenn es sein muss. Unterzucker hat er natürlich auch manchmal. „Da fühle ich mich schwach und zittrig.“ Aber auch diese Situationen meistert er mittlerweile mit Routine: „Traubenzucker oder eine Banane helfen mir da sehr schnell.“

Mitschüler waren am Anfang neugierig und stellten Fragen. Heute ist Michaels Zuckermessen und Insulin spritzen für sie ganz normal. Michaels Mutter Gisela erzählt, dass die Kinder sich niemals lustig machen, Michael als einen von ihnen sehen und seine Krankheit verstehen, ohne ihn zu bemitleiden. Natürlich nicht ohne sich auch Sorgen zu machen- „Als Michael noch kleiner war und sich am Spielplatz in einem Rohr versteckte, bekamen seine Freunde Angst, er könnte womöglich einen Hypo haben.“

Wie es sich für eine junge Sportskanone gehört, hat auch Michael ein grosses Vorbild. Ronaldinho, den brasilianischen Superstar in den Reihen von FC Barcelona. Als Fachmann sagte er natürlich, dass der Kicker bei der Fußball-Weltmeisterschaft „schlecht gespielt hat“. Aber das tut seiner Bewunderung für die Ballzauberkünste des besten Kickers der Welt keinen Abbruch.

Das Talent, sich zumindest in diese Richtung zu entwickeln, wird Michael durchaus bescheinigt. Derzeit denkt er aber nicht daran Profisportler zu werden. „Ihm macht es einfach Spaß, sich zu bewegen“, sagt seine Mutter. Wenn es dabei bleibt, ist es gut genug.

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